InDeWag: Entwicklung eines Energie-aktiven Glasfassaden-Systems

Forschung mit sichtbarem Erfolg: Ein Glasfassadensystem zur autarken Klimatisierung mit Solarenergie

Eröffnung des InDeWag Glasfassaden-Pavillions am 10. Oktober 2019

Das Forschungskonsortium InDeWaG (Industrial Developement of Water-flow Glass facade Systems) beschäftigt sich mit der Entwicklung von intelligenten, großflächigen Glasfassaden-Systemen, die einerseits Energie für die Gebäudeklimatisierung einsparen und andererseits Sonnenwärme effizient nutzbar machen.

Die vielen architektonischen Vorteile von Glasfassaden wie moderne Ästhetik, vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten und angenehme Innenräume durch maximale Nutzung des Tageslicht und einen freien Blick nach Draußen, werden mit höchster Energieeffizienz und Nachhaltigkeit vereint. Die neue Fassadentechnologie soll einen erheblichen Beitrag für den Bau von Nullenergie-Gebäude der Zukunft leisten.

Obwohl Niedrigstenergiegebäude (NZEB-Nearly Zero Energy Buildings) bis Ende 2020 in Europa ein „Muss“ sein werden, gibt es bisher noch keine nennenswerten Gebäudekonzepte, die eine maximale Nutzung des Tageslichts durch eine transparente Glasfassade ermöglichen und gleichzeitig die Richtlinien eine NEZB erfüllen. InDeWaG entwickelt ein neues, distruptives Gebäudefassaden-System das Potential hat die Gebäudekosten um 15%  zu reduzieren. 

Mit Fluid-hinterströmten-Glasfassaden (Fluid Flow Glazing Facades- FFG) und Innenwände (Radiant Interior Walls-RIW) soll der Bedarf an Heizungs- und Klimatechnik in Großgebäuden erheblich minimiert und ein großer Beitrag zur Energieautarkie der Gebäude geleistet werden. Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung von industriell produzierbaren, standardisierten Gebäudeelemente, die für unterschiedliche Arten von ZEBs in verschiedenen Klimazonen eingesetzt werden können. Gleichzeitig sollte ein Simulationstool entwickelt werden, das eine präzise Gebäudeplanung mit der neuen Fassaden- und Innenwand-Technologien ermöglicht.

Funktionsprinzip einer fluid-hinterströmten Glasfassade
Funktionsprinzip einer fluid-hinterströmten Glasfassade


Die Ergebnisse der Forschungstätigkeiten im Rahmen des Projekts lassen sich nun in einem Demonstrator-Pavillion für Interessierte besichtigen. Anhand der dort durchgeführten Tests und Messungen wird die Leistungsfähigkeit geprüft und Maßnahmen für die weitere Skalierung und Marktfähigkeit evaluiert.

HTCO hat durch fundierte Strömungssimulationen sowohl die Entwicklung leistungsfähiger Fassadenelemente unterstützt und beschleunigt als auch zur Optimierung der Systemintegration und der Skalierbarkeit entscheidend beigetragen. Bereits vor dem Bau des Pavillions konnte HTCO mit virtuellen Temperatursanalysen sicherstellen, dass die Raumtemperatur im InDeWaG-Pavillion trotz starker Sonneneinstrahlung kühl bleibt.

Gefördert durch: EU Horizon 2020
Gefördert durch: Horizon 2020 

Forschungspartner:

Universität Bayreuth, Deutschland

Bollinger + Grohmann Consulting GmbH, Deutschland

ETEM Bulgaria AD, Bulgarien

GMAE Transforma S.L., Spanien

Fraunhofer ISE, Deutschland

Universidad Politecnica de Madrid, Spanien

CERVIGLAS S.L. Spanien

Architectonika Studio Ltd, Bulgarien

Central Laboratory of Solar Energy and New Energy Sources, Bulgarien

Weitere Links:

InDeWaG Website