CFD für Würzburger Mozartfest 2021:

Moderner Infektionsschutz trifft auf zeitlose Musik

Mozarts Musik ist Balsam für die Seele, besonders in Zeiten der Pandemie. Daher setzten die Veranstalter*innen des renommierten Würzburger Mozartfestes alles daran, dass die Konzerte 2021 live stattfinden können. So wurden alle nötigen Infektionsschutz-Maßnahmen getroffen: Reduzierte Besucherzahl, Abstand zwischen den Stuhlreihen, GGG-Regel für Besucher und Musiker*innen sowie das Tragen von Masken während der gesamten Veranstaltungsdauer.

Virtueller Kaisersaal

Um dennoch jedes Risiko auszuschließen, wurde der Infektionsfall vorab mittels CFD-Strömungssimulation simuliert. Mit einem digitalen Modell wird die Realität des Konzertsaal äußerst genau nachgebaut. Dieser virtuelle Raum bildet die exakte Architektur und die gleichen Temperatur- und Strömungsverhältnissen ab wie sein Vorbild in der Realität. Auch die Besucher und die Orchester-Mitglieder werden modelliert und sowohl die Ausatmung von Aerosolen als auch die Abgabe der Körperwärme realitätsnah simuliert.

Strömungssimulation: Es ist wichtig die Wärmeabgabe zu berücksichtigen, da die aufsteigende warme Luft Auswirkungen auf die Raumströmung hat.
Menschen sind Wärmequellen. Es ist wichtig diese Wärmeabgabe zu berücksichtigen, da die aufsteigende warme Luft Auswirkungen auf die Raumströmung hat.

 

Jede Situation im Blick

Anhand dieses Computer-Modells wurden verschiedene Szenarien durchgerechnet, um eine Vorausschau auf die Wärmeentwicklung, die Luftströmung und die Aerosole-Ausbreitung für die gesamte Konzertdauer zu erhalten. Für das Mozartfest wurde die unwahrscheinliche Konzertsituation untersucht, in der eine infizierte Person ohne Maske in der Mitte des Publikums sitzt und eine Durchlüftung mit Frischluft nicht möglich ist – ein Worst-Case-Szenario also.

CFD-STrömungssimulation: Da das Orchester verstärkt Wärme abgibt, steigt die Luft über der Bühne nach oben und erzeugt einen Wirbel in der Gewölbedecke. Diese Luftströmung trägt potenziell infektiöse Aerosole in den unkritischen Kuppelbereich.
Da das Orchester verstärkt Wärme abgibt, steigt die Luft über der Bühne nach oben und erzeugt einen Wirbel in der Gewölbedecke. Diese Luftströmung trägt potenziell infektiöse Aerosole in den unkritischen Kuppelbereich.

 

Aerosole unter Kontrolle

Wissenschaftlich ist noch nicht geklärt, wie hoch die Konzentration virenbelasteter Aerosole sein muss, um ansteckend zu sein.

Im Falle des Kaisersaals lässt sich durch die Simulationen aber zeigen, dass sich eine infektiöse Aerosolwolke im unwahrscheinlichen Ernstfall nur im unmittelbaren Bereich der infizierten Person ausbreiten würde. Bereits kurz nach der Ausatmung verdünnt sich die Konzentration der virustragenden Partikel auf 1% der ausgestoßenen Menge. Die Luftströmung trägt die verdünnte Aerosolwolke außerdem in den unkritischen Kuppelbereich.

Mit diesem zusätzlichen Nachweis in der Tasche, konnten Veranstalter*innen, Musiker*innen und Konzertbesucher*innen Mozarts Musik auch in der Pandemie unbeschwert live genießen.  

Die Simulation zeigt: In diesem Worst-Case-Szenario verdünnt sich die Aerosolwolke schnell und die Luftströmung verhindert eine Verteilung im gesamten Raum.
Die Simulation zeigt: In diesem Worst-Case-Szenario verdünnt sich die Aerosolwolke schnell und die Luftströmung verhindert eine Verteilung im gesamten Raum.

Mozart in prächtiger Kulisse

Bereits seit 100 Jahren ist das Mozartfest in Würzburg ein Highlight für Fans klassischer Musik. Rund 30.000Besucher erleben erstklassige Orchester- und Kammerkonzerte im prächtigen Kaisersaal der Würzburger Residenz.

Das UNESCO-Weltkulturerbe ist eines der bedeutendsten Schlösser des Spätbarock. Der Architekt, Balthasar Neumann, hob den Kaisersaal mit den zwanzig fast 9 Meter hohen Halbsäulen und der großen Kuppel als repräsentativen Höhepunkt der Residenz hervor. Der prachtvoll ausgestattete Saal ist jeher Hauptspielstätte des Mozartfestes.

Zur Website des Würzburger Mozartfests


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